Über Incogni
Laut der Unternehmensseite begann alles im September 2021, als ein Team bei Surfshark nach Datenschutzproblemen suchte, die es angehen könnte, und dabei auf die kaum regulierte Branche der Datenhändler stieß. Daraus entstand Incogni, ein Dienst, der persönliche Daten automatisch von den Websites solcher Händler entfernen lassen soll, um den digitalen Fußabdruck zu verkleinern. Incogni wurde innerhalb von Surfshark gegründet und gehört heute zu einer Gruppe zusammen mit NordVPN. Gegen Spam, lästige Werbeanrufe, Betrugsversuche und Identitätsdiebstahl soll der Dienst helfen, indem persönliche Daten schwerer auffindbar werden. Das Unternehmen versteht Datenschutz als Menschenrecht und will ihn unabhängig vom Wohnort für alle zugänglich machen.
Der Dienst richtet sich an Einwohner der USA, Kanadas, der EU, der Schweiz, Großbritanniens, Norwegens, Islands und Liechtensteins. Incogni stützt sich auf die Datenschutz-Grundverordnung, den kalifornischen CCPA und weitere Gesetze und stellt in Ihrem Namen Löschanträge bei Datenhändlern, die Daten sammeln, auswerten und an Unternehmen, Versicherungen, Finanzinstitute oder Behörden verkaufen. Bei Personensuchseiten scannt der Dienst regelmäßig nach Treffern, bei Händlern mit privaten Datenbanken verschickt er vorsorglich Anfragen an alle, die Daten aus der jeweiligen Region halten könnten. Personensuchseiten stellen laut Incogni Profile mit Adressen, Kontaktdaten, Berufsweg und teils sogar religiösen oder politischen Ansichten zusammen. Eine Liste der abgedeckten Datenhändler veröffentlicht Incogni auf der Website.
Es gibt einen Standard-Tarif und einen Unlimited-Tarif, jeweils für Einzelpersonen oder als Familienabo mit bis zu vier weiteren Personen, monatlich oder jährlich. Auf der Preisseite nennt Incogni als Beispiel 15,98 US-Dollar im Monat für das Standard-Monatsabo und 7,99 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung. Unlimited ergänzt automatische Webscans und individuelle Löschanträge für Seiten, die der Standard-Tarif nicht abdeckt. Nicht entfernen kann Incogni Inhalte aus Nutzerforen, gesetzlich vorgeschriebene Register wie Gerichtsakten und Seiten zu Strafverfahren. Website-Betreiber müssen auf solche individuellen Anträge in Europa innerhalb von 30 Tagen antworten, in den USA innerhalb von 45 Tagen.
Zum Abo gehören monatliche Fortschrittsberichte über den Stand der Löschanträge und ein Live-Chat; wie lange eine Löschung dauert, hängt vom jeweiligen Händler ab und reicht von Stunden bis zu Wochen, sichtbar im Dashboard. Für alle Tarife gilt eine Geld-zurück-Garantie von 30 Tagen, und die automatische Verlängerung lässt sich jederzeit in den Kontoeinstellungen kündigen. Nach eigenen Angaben ist Incogni nach SOC 2 Type II geprüft, überträgt Daten verschlüsselt, bietet Zwei-Faktor-Anmeldung an und verarbeitet Daten auf Infrastruktur in der EU. Ein kostenloser Scanner zeigt vorab, wo persönliche Daten offen im Netz stehen; seine Ergebnisse sind laut Bedingungen nur informativ und nicht vollständig. Außerdem arbeitet Incogni nach eigener Aussage mit Verbraucherschutzorganisationen zusammen und veröffentlicht regelmäßig Untersuchungen zum Datenschutz.
Für Unternehmen bietet Incogni mit Ironwall einen eigenen Dienst an, der Beschäftigte, Führungskräfte und ihre Familien vor Bedrohungen durch öffentlich auffindbare persönliche Daten schützen soll. Der Verbraucherdienst ist nur für volljährige Privatpersonen gedacht, jede Person darf nur ein Konto anlegen; häufige Wechsel der Mitglieder eines Familienabos schränkt Incogni ein, und man darf bis zu drei E-Mail-Adressen, Anschriften oder Telefonnummern hinterlegen. Eine hilfreiche Bewertung von Incogni nennt den gewählten Tarif, den Wohnort, die Zahl der angeschriebenen Datenhändler, den spürbaren Effekt etwa auf Werbeanrufe oder Spam, die Verständlichkeit der Berichte und die Erfahrungen mit Support und Kündigung.